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‚Basteln mit Beton – Wie geht das eigentlich?‘

Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich zum ersten Mal über das Thema DIY Beton Deko gestolpert bin. Kommt man als Neuling zu den Thema wird man schier erschlagen von der Vielfalt an Materialien und Begriffen.

Da gibt es ‚Bastelbeton‚, ‚Kreativbeton‚ und ‚Schmuck-Beton‘. Daneben gibt es aber auch noch ZementBlitzzement, Trockenbeton, Mauermörtel, Putzmörtel, Trockenmörtel, Zement-Mörtel, Estrich-Beton, Schnell-Estrich, chromatarmen Zement und so weiter und so fort…

Die Auswahl ist schier unübersehbar. Noch dazu schwanken die Preise extrem zwischen den einzelnen Produktgruppen. Während ein 10 kg Sack Universal-Zement im Baumarkt für bereits für unter 3 Euro zu haben ist, kostet ein 1 kg Eimerchen ‚Schmuck-Beton‚ im Bastelgeschäft schon mal über 20 Euro.

Aber was brauche ich überhaupt, um mal mit dem DIY Betongießen von Deko Objekten anzufangen?


Fangen wir mal mit einer Begriffsdefinition an:

Beton, Zement, Mörtel, Estrich oder Putz? – Was ist das eigentlich alles?

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Mörtel Zement Estrich Putz

Zement

Zement ist ein graues und sehr fein gemahlenes Pulver, das aus mehreren Inhaltsstoffen besteht (Kalkstein, Ton, Eisenerz, Quarzsand, Hüttensand, Flugasche, Gips). Die wichtigste Eigenschaft von Zement ist, dass es ein Bindemittel ist, das für den Zusammenhalt verschiedener Baustoffe sorgt. Oder, einfacher ausgedrückt, vermischt man Zement mit Wasser und Sand oder Kies, sorgt dieser dafür, dass aus dieser Mischung hinterher eine steinharte Form entsteht.

Man kann Zement auch nur mit Wasser mischen. Dann erhält man Zementleim, welcher zu Zementstein aushärtet.

Beton

Beton entsteht, wenn man Zement, Wasser und Gesteinskörnung vermischt.

Somit löst sich also bereits das erste Rätsel – der Unterschied zwischen Zement und Beton:
Zement ist ein Bestandteil von Beton und übernimmt die Rolle des Klebers, der, vom Wasser aktiviert, die Gesteinskörnung zu einem festen Stein ‚verklebt‘. Bei Beton wird Gesteinskörnung verschiedener Größe verwendet, deren größte ‚Steinchen‘ jedoch einen Durchmesser von mehr als 4mm Größe haben.

Und was ist nun eine ‚Gesteinskörnung‘?

Gesteinskörnung‚ (früher auch als ‚Zuschlag‘ bezeichnet) ist, vereinfacht gesagt, der Sammelbegriff für ein Gemenge mineralischer Körner. Also zum Beispiel Sand, Kies, Schotter oder Split. Es sind auch noch weitere künstliche oder zum Teil metallische Zugaben möglich, der Einfachheit halber wollen wir uns hier aber auf die Klassiker Sand und Kies beschränken.

Mörtel ist fast genau dasselbe wie Beton. Auch dieser wird aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung hergestellt. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass im Mörtel nur Gesteinskörnung bis maximal 4 mm Größe verwendet werden. Damit wird Mörtel in der Regel mit Sand hergestellt. Das Mischungsverhältnis von Sand zu Zement beträgt dabei etwa 4:1.
Mörtel wird hauptsächlich zur Verbindung von Mauersteinen und zum Verputzen von Wänden und Decken verwendet.

Estrich

Estrich gibt es in verschiedensten Ausprägungen (z.B. Kunstharzestrich). In diesem Artikel beschränke ich mich auf Zementestrich.

Ebenso wie Mörtel ist Zementestrich fast dasselbe wie Beton. Nur dass in diesem Fall Korngröße von bis zu 8 Millimetern und ein Mischungsverhältnis von Sand zu Zement von etwa 3:1 verwendet werden.

Putz

Putz gibt es ebenso wie Estrich in den verschiedensten Ausführungen (Lehmputz, Kalkput, Gipsputz, Kunstharzputz, etc.). Der klassische Zementputz ist vergleichbar mit dem oben genannten Mörtel.

Damit haben wir die klassischen Sorten unterschieden. Zu der Frage, was man für welches Projekt am besten verwendet, kommen wir später.


Bleiben noch die ganzen ‚Spezialprodukte‘ und -mischungen:

Was sind Schmuckbeton, Blitzzement, Trockenmörtel und Deko- sowie Kreativ-Beton?

Blitzzement, Schnellbeton & Co.

Unter Schnellzement oder auch Blitzzement versteht man einen Zement, der durch die Zugabe zugesetzter Zementbeschleuniger besonders schnell abbindet. Das bedeutet, dass Schnellbeton, der Schnellzement enthält, besonders schnell hart wird.

Die Erstarrungszeit beträgt dabei in der Regel, je nach Ausführung des Blitzzements, zwischen 5 Minuten und bis zu einer Stunde.
Die Verarbeitungszeit reduziert sich entsprechend auf 2 bis 30 Minuten, was bei manchen Projekten ein echter Nachteil sein kann.

Schnellbeton/-zement hat aber noch weitere Nachteile: Zum einen wird er durch die beschleunige chemische Reaktion deutlich wärmer als normaler Beton, was bei dickeren Werkstücken zu Rissbildung führen kann. Zum anderen ist die Belastbarkeit von Schnellzement/-beton niedriger als von normalem Beton.

Fazit: Schnellbeton ist für die Korrektur und Ausbesserung von Fehlern und Schäden gut geeignet. Ebenso da, wo es auf Geschwindigkeit eher ankommt als auf Aussehen (z.B. beim Einzementieren von Dübeln). Für DIY Projekte im Bereich Betongießen aber eher nicht die erste Wahl.

Trockenbeton, Trockenmörtel & Co.

Trockenbeton oder Trockenmörtel sind bereits fertige Mischungen aus Zement und Gesteinskörnung. Man gibt nur noch die benötigte Menge Wasser dazu und hat fertigen Beton, Mörtel oder Estrich.

Der Vorteil von Trockenbeton ist, dass es ihn bereits fertig angemischt für die verschiedensten Einsatzzwecke gibt. Teilweise sind auch noch weitere Zusatzstoffe beigemischt, die dem Beton weitere, günstige Eigenschaften verleihen (z.B. Frostbeständigkeit). Ein weiterer Vorteil ist das sehr genau abgestimmte Mischungsverhältnis, da der Trockenbeton bereits beim Hersteller vorgemischt wird.

Der eine Nachteil ist, dass unter Umständen Stoffe enthalten sein können, die es ratsam machen, Schutzbrille und Handschuhe zu tragen, um z.B. Augenreizungen zu verhindern. Der andere Nachteil ist die geringere Flexibilität. Mit normalem Zement kann ich mir über verschiedene Gesteinskörnungen genau die Mischung machen, die ich für ein bestimmtes Projekt benötige. Kaufe ich einen 40 kg Sack Trockenbeton, bin ich erstmal festgelegt. Allerdings dürften die meisten Projekte eh mit ähnlichen Inhaltsstoffen realisiert werden, so dass das nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Deko-, Kreativ- oder Bastel-Beton

Bastel-Beton ist ebenso wie Trockenbeton eine fertige Mischung, die vor dem Verarbeiten nur noch mit Wasser angerührt werden muss. Bastel-Beton ist in der Regel schadstofffrei und staubarm und damit besonders gut für das Basteln mit Kindern und ohne spezielle Schutzausrüstung (Brille, Handschuhe) geeignet.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Bastelbeton Kreativbeton
Bastelbeton / Kreativbeton

Schmuckbeton

Schmuckbeton ist ein Feinbeton. Wie der Name schon sagt, werden bei diesem alle Bestandteile sehr fein zermahlen, um auch bei kleinen und kleinsten Formen ein sauberes, glattes und ebenes Betonstück zu erhalten.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Schmuck Beton
Schmuck-Beton

Knetbeton

Eine Sonderform (nämlich Faserbeton) ist ebenfalls der Knetbeton. Wie der Name schon sagt, lässt dieser sich nach dem Anrühren wie Knete formen und bearbeiten. Damit lassen sich insbesondere schöne Freihand 3D Skulpturen und Figuren formen. Knetbeton ist mit Fasern und Kunststoff versetzt, wodurch er seine besonderen Eigenschaften erhält.


Nachdem wir nun also wissen, was die ganzen unterschiedlichen Betonsorten bedeuten, wenden wir uns jetzt möglichen Beimischungen zu unserem Beton zu:

Beton Beimischungen – Unterschiedliche Mischungen für verschiedene Projekte

Klassische Zugaben: Sand, Kies, Splitt, Steine

Sand, Kies, Splitt und Steine sind die klassischen Zugaben für Beton. Sie sorgen für die spätere Festigkeit. Der Zement(leim) hat die Funktion, diese Gesteinskörnungen zu verkleben, selber aber eine deutlich geringere Festigkeit. In der Regel mischt man Gesteinskörnung verschiedener Größe, da kleinere Körner die Hohlräume besser ausfüllen und größere Körner eine bessere Stützwirkung haben. Als Sand wird oft Quarzsand verwendet.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Kies und Sand
Kies und Sand

Leichte Zugaben: Blähbeton, Seramis, Perlit, Blähperlit (leichtes Vulkangestein), Styropor

Leichtes ‚Blähgestein‚ wird aufgrund seines geringen Gewichts hauptsächlich zugesetzt, um große Deko-Beton-Objekte leichter zu machen – z.B. große Blumenkübel oder -schalen. In der Bauindustrie wird es auch zur Wärmedämmung genutzt, was für uns hier aber nicht sehr relevant ist.

(Bläh-)Perlit ist ein chemisch und physikalisch umgewandeltes vulkanisches Glas (Obsidian) das durch Glühen bei ca. 800°C – 1000°C auf das fünfzehn- bis zwanzigfache seines Ursprungsvolumens aufgebläht wird. Dadurch wird Perlit sehr leicht und wiegt nur noch etwa 50 bis 100 Gramm pro Liter Volumen.

Blähton ist kalkarmer Ton, der ebenfalls bei rund 1200°C gebrannt wird und sich dabei auf das vier- bis fünffache seines Ursprungsvolumens aufbläht. Der im Privatbereich bekannteste Einsatzzweck von Blähton ist die Hydrokultur von (Zimmer-)pflanzen. Zu dieser Kategorie gehört auch Seramis, das in der Regel kleiner als die bekannten Blähtonkugeln ist. Während letztere einen Durchmesser von einem Zentimeter und mehr haben, hat Seramis eher die Größe und Form von feinem Kies.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Seramis und Blähton
Seramis und Blähton (Hydrokultur Pflanzkugeln)

Styropor-Leichtbeton ist, wie der Name schon sagt, mit geschredderten Styroporabfällen oder Styroporkügelchen vermischt. Damit er sich beim Verarbeiten nicht entmischt, gibt man einen Zusatzstoff hinzu, das den benötigten Wasseranteil verringert. Styropor-Beton hat außerdem eine geringere Festigkeit als solcher mit Perlit oder Blähton.

Sonstige Zugaben: Erde, Torf, Kokosfasern, Drahtgitter, Maschendraht

Wird dem klassischen Beton-Rezept noch Torf beigemischt, sorgt dieser dafür, dass die Oberfläche kleine Löcher und Risse bildet, in denen sich z.B. leichter Moos bilden kann. Der Effekt wird gerne für Gartendeko genutzt. Außerdem bekommt der Beton eine leichte Braunfärbung, die umso stärker ist, je mehr Torf verwendet wird.

Will man besonders große Deko Objekte, zum Beispiel Skulpturen für den Garten, aus Beton herstellen, wird das Gewicht schnell zu hoch. Daher werden diese oft als Hohlkörper erstellt. Um die Form zu stabilisieren und zu verstärken kann diese mit Maschendraht bzw. einem Drahtgitter armiert werden.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Drahtgitter

Beton färbende Zugaben: Farbpigmente, Abtönfarbe, Acrylfarbe und Ostereier-Farbe

Die häufigste Farbe, in der man Beton antrifft, ist grau. Je nach verwendeter Zementart kann er aber auch verschiedene Schattierungen zwischen weiß und rot-braun annehmen. Man kann Beton aber auch über die Zugabe von Farbe einfärben. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen Farbpigmenten und Flüssigfarbe. Da Beton z.B. im Hausbau sicherheitsrelevant ist und durch eine chemische Reaktion entsteht, die durch die Zugabe von falscher Farbe negativ beeinflusst werden kann, darf man in diesen Bereichen nur explizit dafür freigegebene Farben verwenden. Beim Erstellen von kleinen DIY Deko Gegenständen aus Beton ist hingegen die Festigkeit nicht relevant.

In der Regel nutzt man Farbpigmente für das Einfärben von Beton. Diese sind chemisch resistent und beeinflussen die Reaktion des Betons nicht negativ. Farbpigmente sind relativ teuer, allerdings genügt eine kleine Menge (2%-6% des Zementanteils) um den Beton einzufärben. Insbesondere für kleinere Deko Gegenstände aus Beton also völlig in Ordnung. Verwendet werden in der Regel: (Weiß: Titanoxid, Gelb: Eisenoxid, Grün: Chromoxid oder Chromhydroxid, Rot: Eisenoxid, Braun: Eisenoxid, Blau: Ultramarin oder Kobaltblau, Schwarz: Eisenoxid).

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Farbpigmente für Beton
Farbpigmente für Beton

In einigen Foren über das DIY Beton Gießen liest man aber auch über die Verwendung von ganz normaler Abtönfarbe aus dem Baumarkt für das Einfärben von Beton. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Farbe resistent gegen das basische Ambiente des Betons sein muss. Ob das wirklich funktioniert werde ich für euch testen. :-)

Ab und zu liest man auch über alternative Färbemittel wie Acrylfarbe oder Lebensmittelfarbe bis hin zu Ostereier-Farbe. Allerdings nicht genügend, um verlässlich sagen zu können, ob das nun funktioniert oder nicht. Auch das werde ich einfach mal für euch ausprobieren.


Kommen wir also zum benötigten Werkzeug:

Basteln mit Beton – Das braucht Ihr an Werkzeugen

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Benötigtes Werkzeug

Nachdem ihr euch entschieden habt, aus welchen Bestandteilen ihr Euren Beton gießen wollt, braucht ihr natürlich noch das entsprechende Werkzeug

Zuallererst solltet ihr euch eine entsprechende Schutzausrüstung besorgen:

Das mag auf den ersten Blick vielleicht übertrieben sein, aber insbesondere beim Verrühren des Betons spritzt es oftmals etwas und glaubt mir, das wollt ihr nicht im Auge haben – und auch nicht auf schöner Kleidung. Die Staubmaske macht ebenfalls Sinn. Man kann Zement kaum in einen Rühreimer einfüllen, ohne dass es staubt. Eine gute Staubmaske verhindert, dass ihr diesen Zementstaub dann in der Lunge und den Atemwegen habt. Und last but not least die Handschuhe. Nehmt hier einfach ein Paar dieser festen, gelben Putzhandschuhe aus dem Drogeriemarkt. Diese reichen völlig aus.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Schutzausrüstung

Die ganze Schutzausrüstung ist wiederverwendbar und damit nur eine einmalige Anschaffung. Glaubt mir, es ist das Geld wert ;-)

Nun zum spannenden Teil. Die Ausrüstung zum Beton gießen:

  • Gummi-Eimer

Ja, ihr habt richtig gelesen: Ein Gummi-Eimer ist ein Eimer aus Gummi. Dieser wird verwendet, um den Beton anzurühren. Wie ihr euch vorstellen könnt, bleiben nach dem Beton gießen immer Reste im Rühreimer, die dann aushärten. Aus einem harten, dünnwandigen Plastikeimer bekommt man diese Betonreste zum einen nur schwer raus und zum anderen läuft man Gefahr, dass der Eimer dabei bricht. Der Gummi-Eimer ist aus dickem und flexiblem Material, aus dem man die harten Betonreste durch ein wenig Herumdrücken einfach entfernen kann.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Gummi Eimer
Gummi Eimer
  • Rührstab, Mörtelrührer, Farbrührer

Beton von Hand zu rühren ist mühsam und ineffektiv. Viel einfacher und sauberer geht es mit einem Mörtelrührer, den man in die Bohrmaschine oder den Akkuschrauber einspannen kann.

  • Akkuschrauber

Die meisten von euch werden bereits einen Akkuschrauber zuhause haben. Damit geht das Beton anrühren schneller, einfacher und leichter. Außerdem wird die Mischung besser und gleichmäßiger durchmischt. Insbesondere wenn ihr Farbe zugebt.

  • Messbecher

Natürlich könnt ihr auch alle möglichen anderen Behälter verwenden, um die entsprechenden Mengen von Zement, Wasser und Sand für euren Beton abzumessen. Aber so ein Messbecher aus Plastik ist dafür einfach perfekt geeignet. Er ist stabil, leicht, nicht zu groß und nicht zu klein, hat eine Maßangabe und einen praktischen Griff.

  • Gießformen

Hier kommt der kreative Teil. ;-) Als Gießformen könnt ihr praktisch alles verwenden, was wasserdicht ist und sich auch wieder vom Beton lösen lässt. Hervorragend eignen sich Silikonformen. Sei es als Silikon Backform, Silikon Eiswürfelform, Silikon Pralinenform oder was es sonst noch so alles gibt. Außerdem natürlich Formen aus Plastik, wie abgeschnittene Mineralwasserflaschen, Plastikbecher, das Inlay von Toffifee- oder Pralinenschachteln, beschichtete oder mit Klarsichtfolie ausgelegt Pappformen, wie z.B. Chips-Dosen oder quadratische Schachteln oder gleich komplett selbstgemachte. Diese können ebenfalls aus zugeschnittener und verklebter Pappe sein oder, für große Formen, im Sandbett geformt.

Richtig cool ist auch, sich Silikonformen selber zu machen. Dazu braucht ihr flüssige Silikonmasse, in welche Ihr dann beliebige Formen (z.B. euer Lieblings-Quietscheentchen) tauchen könnt. Die Silikonmasse wird fest und ihr habt eine Gußform eurer Figur. Cool, oder? :-)

Daneben gibt es noch eine ganze Menge mehr Ideen für Gießformen und wie man z.B. eine aus Moosgummi ausgeschnittene und mit eingegossene Beschriftung auf seine Betonschalen und -blumenkübel bekommt. Das Thema ist so spannend, dass ich ihm in Kürze einen eigenen Artikel widmen werde. (Den Link werdet ihr dann hier finden)

  • Speiseöl und Pinsel

Es macht Sinn, wenn ihr eure Gießformen vorher mit etwas Öl einpinselt. Die fertige Betonform lässt sich dann leichter lösen und es bleiben auch weniger Beton Rückstände an der Form kleben. Nehmt dazu einfach das günstigste Speiseöl im Supermarkt und einen Backpinsel. Achtet darauf, einen mit Silikonborsten zu nehmen. Bei den Pinseln mit „normalen“ Haaren lösen sich immer mal wieder welche, die ihr dann entweder mühsam aus der eingeölten Form holen müsst oder sogar in eurem fertigen Beton-Kunstwerk kleben habt.

  • Drahbürste

Gerade bei größeren selbstgemachten Betonfiguren könnt ihr mit einer Drahtbürste eine tolle Oberflächenstruktur schaffen. Lasst den Beton dazu soweit antrocknen, dass er fest genug ist, um problemlos aus der Gießform gelöst zu werden ohne Schaden zu nehmen. Dabei darf er aber noch nicht endgültig ausgehärtet sein. Dann mit der Drahtbürste entweder immer in die gleiche Richtung oder kreuz und quer über die Oberfläche streichen.

  • Schmirgelpapier und flacher Stein/Gehwegplatte

Typischerweise stellt man die Silikongießform auf den Kopf, bevor man den flüssigen Beton einfüllt. Dadurch bildet sich am unteren Rand der gegossenen Dekofigur ein scharfer Rand, an dem ihr euch kratzen, der euch aber auch die Parkett oder Möbel zerschrammen kann. Manchmal hat man auch zweigeteilte Blech-Gußformen, bei denen in der Mitte der Form später ein unschöner Grat bleibt. beides könnt ihr hervorragend einfach mit Schmirgelpapier entfernen.

Wofür braucht man aber nun eine Gehwegplatte beim Beton gießen? Ganz einfach: Beim Gießen wird die Oberfläche des Betons – also die spätere Unterseite Eures Werkstücks – nie ganz plan/eben. Entweder zieht sie sich durch die Oberflächenspannung des Wassers an den Rändern leicht nach oben oder der Beton war etwas zu fest und es bleiben kleine Erhöhungen zurück. Indem ihr eure Betonfigur mit dem Boden mehrmals hin und her über eine rauhe Gehwegplatte schleift, wird der Boden wunderbar eben. Einfacher geht es fast nicht. ;-)

  • Filzgleiter

Zusätzlich zum Abschmirgeln des Bodens solltet ihr immer auch einige kleine selbstklebende Filzgleiter auf den Boden eurer Betonfigur kleben, wenn ihr diese in der Wohnung behalten wollt. Die Gefahr von Kratzern auf Parkett oder Möbeln ist sonst einfach zu hoch. Glaubt mir, ich spreche aus Erfahrung. ;-)

  • Korken

Gerade wenn Ihr Blumentöpfe, Blumenkübel oder andere Behälter gießen wollt die einen Abfluss brauchen, erspart euch ein Korken, der zwischen die innere und die äußere Form geklemmt wird, das nachträgliche Bohren.

  • Acrylfarbe und Pinsel

Acrylfarbe eignet sich hervorragend zum Anmalen von Betonfiguren. Die Farbe lässt sich einfach aufbringen und deckt sehr gut. Außerdem ist sie vergleichsweise wetterbeständig und eignet sich damit auch für Deko-Objekte, die draußen Verwendung finden.

  • Sprühlack – farbig und farblos

Farbiger Sprühlack, z.B. aus dem Autobereich, eignet sich ebenfalls sehr gut, um Beton Kunstwerken Farbe zu verleihen. Insbesondere bei komplexeren, filigranen aber auch großflächigen Objekten kann ein Sprühlack mehr Sinn machen als einer, der gepinselt werden muss. Schaut euch mal ein bisschen um. Es gibt coole Gold-, Silber- oder Bronzelacke. Ebenso solche, die matt sind. Etwas, das mir persönlich besser gefällt als glänzende Lacke.

Ganz grundsätzlich macht es Sinn, Betonfiguren mit Klarlack zu versiegeln. Einerseits bekommen sie dadurch einen schönen Schimmer und die Öberfläche ist etwas besser geschützt, andererseits wirkt der Klarlack wasserabweisend, was insbesondere für Blumentöpfe, -kübel und -vasen Sinn macht, da der Beton sich sonst ständig mit Wasser vollsaugt.

Anleitung DIY Basteln mit Beton - Farben für Beton

So, ich hoffe, die Übersicht hat euch geholfen, etwas mehr Einblick in die Ausstattung zum Betongießen zu erhalten.

Weiter geht es im zweiten Teil der Anleitung DIY Basteln mit Beton: Wie gieße ich Beton?
(nicht wundern, der Artikel ist noch im Entstehen. Sobald er fertig ist, findet ihr hier den Link) ;-)


Hat euch die Anleitung geholfen, gefallen oder geärgert? Habt ihr Anmerkungen, Ergänzungen oder Korrekturen? Dann immer her damit. Ich freue mich über eure Kommentare! :-)

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Kathrin
Kathrin
1 Jahr zuvor

Vielen Dank für diese Zusammenstellung. Hat mir sehr geholfen.

Carmen
Carmen
2 Jahre zuvor

Danke für die super Erklärung :) ich bin etwas schlauer als zuvor habe lange gesucht, um den Unterschied zu begreifen….bin ja KEIN Techni(c)ker…!
;) :-p :D

Nico Müller
Nico Müller
2 Jahre zuvor

Hut ab!!!! Ich vergebe hier mal die Note” sehr gut” da hat endlich mal einer mit Sachverstand Grundlagen für Beton, Mörtel, Estrich etc. sauber und verständlich erklärt. Als Bautechnicker geht mir regelmäßig der Hut hoch wenn auf “You Tube” die Hausfrau in Gummihandschuhen erklär wie man “Mischung” macht! ALLES IST MISCHUNG!
Und dann wird ohne Verstand -Spülmittel, Torf, Asche und Gips geknetet- Hauptsache man stellt was ins Netz.
Was mir regelmäßig zu kurz kommt ist der Hinweis das “organische Stoffe” die Mischung negativ beeinflussen.

Aber nochmals -sehr saubere Erklärung-

Tina
Admin
Reply to  Nico Müller
2 Jahre zuvor

Danke für dein Feedback lieber Nico!

Anna
Anna
3 Jahre zuvor

Toller Artikel! Habe auch schon einige Sachen, hauptsächlich Blätter gegossen. Hatte aber das Problem, dass manche einfach nichts geworden sind. Im Baumarkt sagte man mir, dass ich eckigen Sand und nicht den rundkörnigen Spielplatzsand nehmen muss. Hast du da Erfahrungen? Spielplatzsand wäre um einigen günstiger als der Quarzsand.

Wann geht´s weiter mit den Anleitungen?

Petra нaroon
Petra нaroon
3 Jahre zuvor

Ich habe mir kreativ Beton geholt im eimer da sind 2.500 g drin .an der seite steht 10:1……vie viel wasser müssen darein? Ich möchte mit meiner kindern die Hände von den Kindern machen .ich habe es noch nie gemacht …bitte sagen sie mir vie viel Gramm wasser rein mache.danke

Tina
Admin
Reply to  Petra нaroon
3 Jahre zuvor

Liebe Petra,

bitte beachte die Anweisung auf der Packung. Es gibt verschiedene Zusammensetzungen, so dass es keine pauschale Menge an Wasser gibt.
Grob gilt: Zu einem Teil Wasser zwei Teile Beton geben.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Sylvia Ernst
Sylvia Ernst
3 Jahre zuvor

Danke für den informativen Artikel !

Warte gespannt auf die Fortsetzung !

Liebe Grüsse

Sylvia

Carmen
Carmen
3 Jahre zuvor

Spitze,danke für die tolle Info.
Frage mich nur ob ich durch eine Mischung aus Zement, Wasser und Vollton – Abtönfarbe auch eine gute Bemalfarbe bekommen könnte !?

Tina
Admin
Reply to  Carmen
3 Jahre zuvor

Liebe Carmen,

schön, dass Dir der Beitrag gefällt.
Das haben wir noch nicht ausprobiert und können Dir dazu leider keinen Tipp geben. Sobald wir es ausprobiert haben, ergänzen wir es gerne hier auf dem Blog.
Sag uns doch gern Bescheid wie es klappt, wenn du es testest!

Liebe Grüße
Tina

Heide
Heide
3 Jahre zuvor

Hallo,
die Infos finde ich total gut, auch gut zusammen gestellt. Es wurden einige Fragen beantwortet wie zB: was ist der Unterschied zwischen Beton, Mörtel, Zement etc. wie färbe ich den Beton oder mit welchen Lacken kann ich den Beton bearbeiten, echt klasse! Jetzt bin ich neugierig auf die Fortsetzung, weil die Infos wirklich sehr detailliert und gut sind.
Liebe Grüße und vielen Dank
Heide

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